Letzte Aktualisierung: 11. September 2013 | 2161862 | Anbieterkennzeichnung
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MikroTik RouterBOARD

AccessPoint LANCOM L-54ag
MikroTik RouterBOARD RB411
Quelle: MikroTik.com

MikroTik bietet bietet eine umfangreiche Palette unterschiedlicher Embedded-Boards und Steckkarten für den PC-Bereich. Im Gegensatz zu anderen Herstellern im WLAN-Bereich bietet MikroTik keine komplett montierten Geräte an sondern Einzelkomponenten, welche sich für den jeweils benötigten Einsatzzweck individuell zusammenstellen lassen. Wie beim RouterOS bietet MikroTik also auch hier durch ein modulares System die größtmögliche Flexibilität.

Für WLAN-Anwendungen sind die RouterBOARDs interessant, welche über einen oder mehrere MiniPCI-Steckplätze verfügen. Hier kann man ganz nach Bedarf WLAN-Module einsetzen. Unter Umständen kann es durchaus sinnvoll sein, einen der vorhandenen MiniPCI-Steckplätze unbenutzt zu lassen. Etwa dann, wenn man drei Steckplätze zur Verfügung hat aber für den speziellen Anwendungsfall nur zwei Funkmodule benötigt. Ein drittes Modul zur "Reserve" zu verbauen bringt nur Nachteile: Das System wird mit zusätzlicher Verwaltungsarbeit für diese Komponente belastet und der Stromverbrauch steigt ohne Zusatznutzen.

Der Stromverbrauch ist nicht nur aus Gründen steigender Energiekosten und öffentlicher Umweltdiskussionen zu berücksichtigen. Will man z.B. ein autarkes, durch Solar- und Windenergie versorgtes System aufbauen, kommt es auf jedes halbe Watt Stromverbrauch bzw. -einsparung an.

MikroTik RouterBOARDs sind von Haus aus recht sparsam. Ein RouterBOARD RB433 etwa verbraucht ohne Zusatzkarten gerade einmal 3 Watt Energie im Normalbetrieb. Selbst das erheblich leistungsstärkere Modell RB433AH benötigt nicht mehr Energie.

Bei den Funkmodulen sieht das dagegen ganz anders aus. Man sollte sich hier übrigens nicht von den Leistungsangaben irritieren lassen: 100 mW oder auch 600 mW bei manchen High-Power-Karten beziehen sich auf die Abstrahlleistung des HF-Bereiches und nicht den elektrischen Verbrauch. Eine Ubiquiti XR5 Karte mit 600 mW Sendeleistung zieht bis zu 1,8 Ampere Strom. Bei 3,3 Volt Spannung am MiniPCI-Steckplatz sind das schon 6 Watt elektrische Leistungsaufnahme - das Zehnfache der HF-Sendeleistung und immerhin das Doppelte des Verbrauchs des zugrunde liegenden Embedded-Boards.

Einsatzgebiet

Grundsätzlich sollte man Embedded-Systeme auf den jeweiligen Einsatzzweck hin abstimmen. Hier kann man grob in folgende Bereiche unterteilen:

Client-Geräte (CPE)
Einsatzzweck: Anwender-Endgeräte in Funkverteilnetzen. Hier wird nur wenig Systemleistung und Datendurchsatz gefordert. Da Endanwender in der Regel nicht den vollen Datendurchsatz des gesamten Netzes belegen können, kann man hier getrost Abstriche zugunsten der Anschaffungskosten machen. Es genügt ein einfaches Embedded-Board mit einem MiniPCI-Steckplatz oder fest aufgelötetem Funkmodul, einem Netzwerkanschluss und einer einfachen CPU im Bereich von 175 MHz Systemtakt.
Accesspoints
Einsatzzweck: Endpunkt von zubringenden Richtfunkstrecken und/oder Verteilung des Netzwerkes. Wenn diese Geräte keine Server-Dienste wie PPPoE, PPTP oder L2TP erbringen müssen, kann hier auch auf einfachere Embedded-Boards wie z.B. das RouterBOARD RB133 zurückgegriffen werden. Entsprechend der benötigten Anzahl Antennen sollte man beim Kauf auch eine entsprechende Anzahl MiniPCI-Steckplätze berücksichtigen.

Wird die Verschlüsselung des WLAN beabsichtigt, so ist darauf zu achten daß die eingesetzten Funkmodule die gewünschte Verschlüsselung in Hardwarebeschleunigung beherrschen. Andernfalls wird die System-CPU mit Verschlüsselungsaufgaben belastet. Dies reduziert den möglichen Datendurchsatz.
Internet-Gateways
Einsatzzweck: Anbindung der Funknetzwerke an das Internet. Typischerweise befinden sich bei Funkverteilnetzen die Internetzugangsleitungen fernab der jeweiligen Ortsverteilungen und werden via Richtfunk angebunden. Daher werden an diese Gateways normalerweise nur mittlere Ansprüche gestellt.

Sie sollten ein oder mehrere Anschlüsse für kabelgebundenes Netzwerk besitzen. MikroTik RouterOS ist in der Lage, mehr als einen ADSL-Anschluss zu nutzen und die Netzwerklast entsprechend auf mehrere ADSL-Leitungen zu verteilen. Man sollte darauf achten, daß jeder Netzwerkanschluß seinen eigenen Ethernet-Controller besitzt, es sich also um echte Netzwerk-Interfaces handelt und nicht lediglich um die über einen Switch aufgeteilten Anschlüsse eines einzigen Interfaces. Nur dann können mehrere ADSL-Leitungen angeschlossen werden. Andernfalls benötigt man an jedem ADSL-Anschluß zusätzlich noch einen weiteren ADSL-Router - ein unnötiger Aufwand.

Es ist möglich aber nicht unbedingt sinnvoll, das Gateway-System direkt mit Funkmodulen auszustatten und damit an Richtfunkstrecken anzuschließen. Der Datendurchsatz bei rein kabelgebundenen Gateways ist höher da Controller für Kabel-Ethernet die CPU wesentlich geringer belasten als die vergleichsweise umfangreichen Aufgaben, welche die Treiber für Funkmodule zu erfüllen haben. Daher ist der direkte Einsatz von Funkmodulen nur bei Gateways für kleinere bis mittlere Funkverteilnetze sinnvoll.
Richtfunk-Backbones
Einsatzzweck: Transport großer Datenmengen über mittlere und große Distanzen bis 20 km Länge. Die Bewältigung großer Datenmengen stellt besondere Anforderungen an die verwendete Technik. Hier kommt es weniger auf den Arbeitsspeicher an sondern auf die Fähigkeit des Systembus, die Datenmenge von einem Funkmodul zum anderen zu transportieren.

Da bei Embedded-Systemen mittlerweile Buscontroller und CPU in einem Chip integriert sind (System on a Chip - SOC) sollte man sich hier am CPU-Takt orientieren. 300 MHz gelten als Richtwert, welchen man hier nicht unterschreiten sollte. Daneben sollte man beachten, daß mit zunehmender Anzahl Funkmodule in einem einzigen Embedded-System der zu erwartende Datendurchsatz sinkt. Bei hochlastigen Anwendungsfällen sollte man lieber auf mehrere getrennte Embedded-Systeme setzen.
Netzwerkserver
Einsatzzweck: Zentrale Vermittlungseinheit und Verwaltungsinstanz. Server stellen den angeschlossenen Geräten und Clients verschiedene Dienste zur Verfügung. Bestimmte Dienste wie z.B. Punkt-zu-Punkt-Protokolle (PPPoE, PPTP, L2TP) belasten die CPU in besonderer Weise und erfordern ein entsprechend leistungsstarkes System. Die Anforderung an das System steigt dabei äquivalent zu der Anzahl der gleichzeitigen Verbindungen.

Für die meisten mittleren Funknetze dürfte hier das RouterBOARD RB433AH ausreichend sein. Netzwerkserver sollte man nicht zusätzlich mit der Arbeit belasten, Funkmodule zu verwalten. Daher wählt man die Verfahrensweise, Netzwerkserver physikalisch von der Funknetz-Infrastruktur zu trennen und lediglich über Netzwerkkabel anzuschließen.

Reicht die Leistung eines Embedded-System nicht mehr aus, muss hier auf ein entsprechend leistungsstarkes PC-System zurückgegriffen werden. Doch Vorsicht: Permanent laufende PC-Systeme verursachen hohe Energiekosten. 100 Watt durchschnittliche Leistungsaufnahme sind bei modernen PCs keine Seltenheit.
 
Web www.wlan-skynet.de