Letzte Aktualisierung: 11. September 2013 | 2192836 | Anbieterkennzeichnung
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Blitzschutz für die Außenantennen

WLAN-Richtantennen werden hauptsächlich außen an Gebäuden eingesetzt. Dabei ist es funktechnisch von Vorteil, die Antenne so hoch wie möglich anzubringen. Dies birgt jedoch auch eine Gefahr in sich: Blitzschläge.

Während meiner Planungen war es lange Zeit angedacht, die Antenne auf meiner Seite hoch oben an einem ausgedienten Antennenmast anzubringen. Dieser Mast überragte die Dachspitze um ca. 3 Meter. Dadurch ergab sich zwangsläufig die Frage, wie es denn mit geeigneten Maßnahmen gegen Blitzschlag aussieht.

Eines sollte hier gleich vorweg klargestellt werden: Blitzschutzmaßnahmen sollen das Gebäude vor Bränden schützen, nicht die Geräte vor Beschädigung. Schlägt ein Blitz direkt im Umkreis von ca. 10 Metern um ein WLAN-Gerät ein, so kann man mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Totalschaden ausgehen. Dagegen hilft auch der ausgeklügeltste Blitzschutz nicht.

Blitzschutz und Potentialausgleich

Blitzschutzadapter LANCOM SA-5
Vollständiger Gebäudeblitzschutz

Es besteht ein breites Mißverständnis, wie ein Blitzschutz auszusehen hat. Viele glauben, ein Anschluß mit einer isolierten Erdungsleitung an einen Erdungspfahl stellt schon den Blitzschutz dar. Dem ist nicht so.

Blitzschutz bedeutet, daß der Blitz vor dem Eintreten in das Gebäudeinnere abgefangen und durch entsprechende außen am Gebäude verlaufende Ableitungen in den Boden geführt wird.

Hier genügt auch nicht ein einfacher in den Boden gerammter Pfahl. Vielmehr muß ein Ringerder um das komplette Gebäude im Erdreich verlegt werden.

Ein Potentialausgleich dagegen bewirkt nur, daß unterschiedliche Ladungen an Antenne und Empfänger ausgeglichen werden. Dazu wird die Antenne über eine Erdungsleitung an einen Erdungspfahl angeschlossen. Diese Erdungsleitung kann auch im Gebäudeinneren verlegt werden. Sie sollte mit einer eindrähtigen 16 mm² Leitung ausgeführt sein. Ein Potentialausgleich hat jedoch nichts mit Blitzschutz zu tun!

Plazierung der Antenne

Solange sich die Antenne nicht mehr als 1,50 Meter von der Außenwand des Gebäudes entfernt und nicht höher als 2 Meter unterhalb der Dachspitze befindet, ist kein besonderer Blitzschutz notwendig. Hier genügt es, wenn die Antenne bzw. die Halterung der Antenne an den Potentialausgleich angeschlossen wird.

Wenn die Antenne jedoch an den Gebäudeblitzschutz angeschlossen werden soll, dann sollte auf jeden Fall eine Fachfirma beauftragt werden. Blitzschutz ist definitv keine Aufgabe für den Heimwerker!

Letztendlich habe ich beide Antennen deutlich unterhalb der 2-Meter-Grenze von der Dachspitze plaziert. Dadurch sind aufwendige Blitzschutz-Installationen entfallen.

Literatur

Weitere Informationen und interessante Erkenntnisse über Gewitter und Blitze findet man in dem Buch "Blitz- und Überspannungsschutz für Antennen, Geräte und Anlagen" von Frank Sichla, Verlag Vth, ISBN-Nummer 3-88180-805-1 für 9,80 Euro im Buchhandel.

 
Web www.wlan-skynet.de