Letzte Aktualisierung: 11. September 2013 | 2175577 | Anbieterkennzeichnung
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"Böse Strahlen aus der WLAN-Antenne"

Viele Menschen sind inzwischen sensibilisiert, was Strahlen aus Handys und Mobilfunkmasten angeht. Die tatsächlichen Effekte von Funkwellen aus Mobilfunkanlagen werden in Fachkreisen heftig diskutiert.

Auf der einen Seite die Verfechter der Mobilfunktechnik, die nicht müde werden, immer neue Gutachten aus dem Hut zu zaubern, die die Unschädlichkeit der Mobilfunktechnik belegen sollen.

Auf der anderen Seite die Bürger, die in unmittelbarer Nähe einen Mobilfunkmasten stehen haben und seit dessen Errichtung über gesundheitliche Beschwerden klagen.

Tatsache ist, es lassen sich für beide Argumentationen Beweise liefern. Mobilfunktechnik hat wohl keine unmittelbaren schädlichen Effekte auf lebende Zellen. Über langzeitige Auswirkungen ist jedoch noch wenig bekannt, da die Mobilfunktechnik ja auch erst ein junges Fachgebiet ist.

Zur Beruhigung aller Bürger, die eine WLAN-Antenne auf Nachbars Dach sehen: WLAN sendet mit einer ungleich geringeren Sendeleistung als Mobilfunk. Die Begründung liegt im Wort selbst: Mobilfunk.

Handys ändern naturgemäß ständig ihre Position und sollen auch innerhalb von Gebäuden funktionieren, obwohl die nächstgelegene Basisstation einige Kilometer entfernt ist. Deshalb muß diese Technik eine hohe Sendeleistung breit streuen, um alle möglichen Standorte abdecken zu können.

WLAN-Richtfunk dagegen bezieht sich auf zwei fest definierte Punkte in der Landschaft. Aus diesem Grund kann eine sehr viel geringere Sendeleistung mit entsprechender Bündelung direkt auf den jeweiligen Punkt gerichtet werden.

Spätestens an der Schlafzimmerwand oder der verspiegelten Fensterscheibe ist Schluß mit WLAN-Funkwellen. Man kann also beruhigt schlafen gehen.

Aktualisierung 13. Dezember 2004

Die Universität Wuppertal betreibt auf ihrem Campus ein Funknetzwerk nach IEEE 802.11b. Als die Mitarbeiter kurz nach Inbetriebnahme wegen möglichen elektromagnetische Belastungen protestierten, wurde eine umfassende Studie (PDF 1,2 MB) in Auftrag gegeben. Zitat aus diesem Gutachten: "Aus Sicht des Sachverständigen ist daher eine gesundheitliche Belastung durch die W-LAN-Accesspoints nicht zu erwarten."

Mathematisches

Achtung! Achtung! Was jetzt folgt ist nur ein lustiges kleines Zahlenspiel! Es soll nur verdeutlichen, welche technischen Unterschiede zwischen Mobilfunk und WLAN bestehen. Für fachlich fundierte Informationen sollte man sich auf jeden Fall einmal die Website von Ralf Dieter Wölfle anschauen: www.elektrosmoginfo.de

Ein aktuelles GSM-Handy auf Frequenzen um 900 MHz (D1 und D2) darf mit einer maximalen Sendeleistung von 2 Watt EIRP senden. Das jüngere E-Netz arbeitet auf 1800 MHz, solche Handys dürfen mit maximal 1 Watt EIRP senden.

Über den Antennengewinn an Handys ist wenig bekannt, darüber schweigen sich die Hersteller aus. Geht man von der reinen Größe der Stummelantennen aus, so kann man einen Gewinn von 0 bis 3 dBi annehmen.

Nimmt man einen Antennengewinn von 3 dBi an, so beträgt die elektrische Sendeleistung eines D1- bzw. D2-Handys ca. 1 Watt, E-Plus ca. 0,5 Watt. Damit ergibt sich eine elektrische Sendeleistung von 27 dBm.

Vernachlässigt man einmal die unterschiedlichen Frequenzen und schließt ein D1-Handy an die WLAN-Richtfunkantenne LANCOM AirLancer Extender O-18a an, so ergibt sich zzgl. 18 dBi Antennengewinn eine Sendeleistung von 45 dBm. Abzüglich Kabelverluste blieben 41 dBm.

Münzt man dies auf WLAN um, so ergäbe sich eine Sendeleistung EIRP von 16 Watt. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, daß ein WLAN-Richtunk 16 Mal weniger Sendeleistung aufzuweisen hat als ein Handy unter vergleichbaren Bedingungen. Oder anders ausgedrückt: Wer argwöhnisch Nachbars WLAN-Antenne beäugelt, der sollte beim Telefonieren sein Handy lieber am anderen Ende der Straße aufstellen.

Natürlich ist das nur ein Rechenspiel unter unrealistischen Annahmen. Aber es verdeutlicht eindrucksvoll die Unterschiede zwischen beiden Technologien. Es belegt aber auch, wie sehr ein Mobilfunkmast eine WLAN-Installation stören kann. Man kann es in etwa damit vergleichen, als würde man einem Blindenhund mit dem Megafon ins Ohr brüllen.

 
Web www.wlan-skynet.de