Letzte Aktualisierung: 11. September 2013 | 2214928 | Anbieterkennzeichnung
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Ping-Zeiten (Latenzzeiten)

In vielen Mails wurde ich gefragt, ob WLAN-Netze und insbesondere Richtfunkstrecken über mehrere Kilometer geeignet sind für Netzwerkspiele. Bei Netzwerkspielen sind ja bekanntermaßen die Latenzzeiten, also die Zeit die die Übertragung eines Datenpaketes benötigt, von großer Bedeutung. Je kürzer die Latenzzeit, desto schneller die Übertragung eines Datenpaketes von einem Netzwerkteilnehmer zum anderen.

Viele Computerspieler haben von dem Problem überlanger Latenzzeiten bei Funk-DSL gehört oder sind gar selbst davon betroffen. Da liegt nun ein weit verbreitetes Mißverständnis vor.

Funk-DSL, SkyDSL oder auch DSL über Satellit sind alles Bezeichnungen für ein satellitengestütztes Verfahren, einzelne Teilnehmer an das Internet anzubinden. Dabei wird meist asynchron übertragen. Das bedeutet, die Daten vom Teilnehmer in Richtung Internet fließen durch eine Telefonleitung, die Daten vom Internet zum Teilnehmer über den Satelliten.

Nun muß man sich vor Augen halten, daß sich geostationäre Satelliten in einer Umlaufbahn in 36.000 Kilometern Höhe über der Erde befinden. Wenn man also ein Datenpaket über einen Satelliten schicken will, so muß es ersteinmal hinaufgefunkt werden, bevor es der Satellit zurück zur Erde schickt. Also eine Strecke von rund 72.000 Kilometern. Funkwellen bewegen sich mit annähernd Lichtgeschwindigkeit. Diese beträgt rund 300.000 Kilometer pro Sekunde. Also benötigt ein Datenpaket rein rechnerisch eine Zeit von 240 Millisekunden allein für diese Strecke.

Bei WLAN liegt der Fall anders. Zwar wird auch hier der Internetzugang über Funk hergestellt und die Lichtgeschwindigkeit ist auch hier 300.000 Kilometer pro Sekunde. Doch sind die zu überbrückenden Entfernungen viel geringer.

Mikrosekunden-WLAN

Meine aktuelle Installation sieht wie folgt aus: PC mit WLAN-Karte -> 2 Meter Luft -> Linksys WRT54G -> 30 Meter CAT5-Kabel -> LANCOM L-54ag -> 6400 Meter Luft -> LANCOM L-54ag -> 20 Meter Kabel -> FritzBOX SL.

Die Fritzbox ist das DSL-Modem und befindet sich am entgegengesetzten Ende des Netzwerks. Wenn ich nun einen Ping von meinem PC zum Modem schicke, so messe ich eine Latenzzeit von weniger als einer Millisekunde. Ein spezielles Tool ermittelte über eine Stunde im 1-Sekunden-Intervall eine durchschnittliche Latenzzeit von 880 Mikrosekunden.

Ein eingefleischter Computerspieler würde jetzt mit einem lauten "Heureka" aufspringen. Doch die Sache hat einen klitzekleinen Haken: Gelegentlich geht auch einmal ein Ping bzw. ein Datenpaket verloren. Das ist eine Eigenart der WLAN-Technik bzw. -Protokolle. In meinem Fall habe ich eine Verlustquote von durchschnittlich 0,1%, gemessen im 1-Sekunden-Intervall auf 60 Minuten.

 
Web www.wlan-skynet.de