Letzte Aktualisierung: 11. September 2013 | 2228467 | Anbieterkennzeichnung
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MikroTik RouterOS

Für anspruchsvollere Netzwerke benötigt man Mechanismen, welche umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten bieten. In größeren Funknetzwerken möchte man z.B. festlegen welcher Netzwerknutzer wie viel Bandbreite belegen kann. Bestimmte Netzwerkdienste sollen priorisiert oder herabgestuft werden. Richtfunkstrecken. Für Richtfunkstrecken möchte man natürlich die höchstmögliche Bandbreite und Linkstabilität erreichen. Im Bereich der Ortsverteilung soll es Möglichkeiten des Zugangs- und Nutzungsmanagements geben. Unter Umständen benötigt man mehr als einen ADSL-Anschluß, um die im eigenen Netz produzierten Datenmengen bewältigen zu können.

Für all diese und weitere technische Fragen gibt es ohne Zweifel spezialisierte Lösungen. Entweder in Software oder als eigenständiges Gerät. Doch türmt sich so schnell ein ganzer Gerätepark auf. Diese stellen gerade kleinere, oft nichtkommerzielle Netzbetreiber (Bürgernetzvereine usw.) oft vor ganz praktische Probleme. Wohin mit den ganzen Gerätschaften? Wie die nicht unerheblichen und absehbar steigenden Energiekosten finanzieren?

MikroTik bietet durch sein flexibles Angebot an individuell zusammenstellbarer Hardware und einem umfangreichen Betriebssystem eine sehr gute Grundlage für solide, wartungsarme und erschwingliche Installationen. Größter Vorteil ist hierbei die einheitliche Konfigurationsoberfläche Winbox. Kunden wie Vereinsmitglieder schätzen schnellen Support. Als Techniker weiß man es schnell zu schätzen wenn man nicht Dutzende verschiedene Konfigurationsoberflächen kennen muss.

Linux?

Linux gilt weithin als kompliziert zu bedienen. Im Desktop-Bereich hat sich daran dank grafischer Oberflächen viel getan. Firmware auf Linux-Basis in Consumer-Geräten hat sich inzwischen auch etabliert - hier kommt der Anwender dank Webinterface ohnehin nicht mit dem Linux-unterbau in Berührung. Im Bereich der Server-Anwendungen dagegen ist man nach wie vor auf die Befehlszeile, Konfigurationsdateien und oft kryptische Dokumentationen angewiesen.

RouterOS geht hier einen für Linux ungewohnten Weg: Statt der üblichen Shell (oft bash) wird eine hierarchische, textbasierte Konfigurationsumgebung verwendet. Der Administrator braucht sich nicht um die korrekte Verzahnung von Linux-System und Netzwerkdiensten (daemon) zu kümmern. Sämtliche Dienste sind vorinstalliert. Der Administrator muss sie lediglich aktivieren und konfigurieren. Dieses modulare Konzept erweist sich in der Praxis als sehr komfortabel. Die einzelnen Dienste werden von MikroTik auf ihre Kompatibilität hin abgestimmt.

Anders als man es von Linux-Distributionen kennt, liegen dem MikroTik RouterOS nicht die Quellcodes der enthaltenen Programme bei. Auf Anfrage und gegen eine Gebühr erhält man die Quellcodes des RouterOS jedoch von MikroTik. Dies ist zwar nicht unbedingt die beste Verfahrensweise, doch durchaus mit der GNU Public License vereinbar. Im Normalfall ist der Quellcode auch für die wenigsten Administratoren interessant. Umgekehrt sind die wenigsten Programmierer in der Praxis aktive Netzwerk-Administratoren. Entscheidend ist, daß das System im Einsatz funktional und sicher ist.

Lizenzierung

RouterOS wird von MikroTik in verschiedenen Stufen, den sogenannten Lizenz-Level an die Anwender lizensiert. Je höher das Lizenz-Level, desto mehr Funktionen sind im RouterOS verfügbar. Auch verlängert sich mit höheren Lizenz-Leveln die kostenlose Upgrade-Möglichkeit auf nachfolgende Versionen.

Mikrotik hat mit dem Wechsel von RouterOS 2.9 auf 3.0 seine Lizenzbedingungen geändert. Das ohnehin selten verwendete Lizenz-Level 3 wurde dabei abgewertet.

Level 0
Kostenloser Test der gesamten Funktionspalette des RouterOS für 24 Stunden. Es wird kein Lizenzschlüssel benötigt. Nach Ablauf dieser Zeit meldet RouterOS nur noch den Lizenz-Ablauf und zeigt keine weitere Funktion. Durch Eingabe eines Lizenzschlüssels kann auf ein anderes Lizenz-Level gewechselt werden. Diese Lizenz ist ohne Eingabe des Lizenzschlüssels nicht zu neueren Versionen upgrade-fähig und Mikrotik leistet auch keinen Support.
Level 1
Dieses Lizenz-Level ähnelt dem Level 0. Auch dieses Level ist kostenlos. Im Gegensatz zu Level 0 ist der Nutzungszeitraum nicht beschränkt sondern die Anzahl der gleichzeitigen Verbindungen innerhalb der einzelnen Netzwerk-Dienste. Jeder Dienst kann mit maximal einer gleichzeitigen Verbindung genutzt werden. Dies reicht für einen Test der Fähigkeiten von RouterOS aus, eignet sich jedoch nicht für den praktischen Netzbetrieb. MikroTik leistet für dieses Level keinen Support.
Level 2
Dieses Lizenz-Level ist im Laufe verschiedener Versionswechsel entfallen.
Level 3
Das für Wireless Internet Service Provider (WISP) ausgelegte Level 3 wird nur als Volumenlizenz angeboten. Das bedeutet, eine Lizenz kann auf einer bestimmten Anzahl Geräte installiert werden. Bis einschließlich RouterOS 2.9 erlaubte dieses Level bei den verschiedenen Netzwerkdiensten 200 oder gar unbegrenzt viele gleichzeitige Verbindungen. Ab Version 3.0 wurde dies auf jeweils eine gleichzeitige Verbindung beschränkt. Damit ist diese Lizenz vorallem für Client-Geräte im Bereich der Endkunden gedacht. Da jedoch heutige WLAN-Accesspoints durch Nachrüsten freier Firmware mit allen Funktionen des RouterOS Level 3 versehen werden können und diese auch für deutlich unter 50 Euro erhältlich sind, wird Level 3 heute kaum noch verwendet. Dieses Level ist innerhalb der selben Major-Release, also derzeit bis zu RouterOS 3.9 kostenlos upgrade-fähig. MikroTik leistet für dieses Level keinen Support.
Level 4
Mit dem Versionswechsel von RouterOS 2.9 zu 3.0 hat das Level 4 die Bedeutung des Accesspoints übernommen, welche bis dato das Level 3 inne hatte. Die einzelnen Netzwerkdienste erlauben 200 bzw. unbegrenzt viele gleichzeitige Verbindungen. Dieses Level ist innerhalb der selben Major-Release, also derzeit bis zu RouterOS 3.9 kostenlos upgrade-fähig. MikroTik leistet für dieses Level 15 Tage Support, beginnend ab dem Zeitpunkt der Erstinbetriebnahme der jeweiligen Installation.
Level 5
Für mittlere und große Netze bestimmt ist das Level 5. Hier sind nahezu alle Netzwerkdienste mit unbegrenzt vielen gleichzeitigen Verbindungen verfügbar. Lediglich für PPPoE und HotSpot sind "nur" 500 gleichzeitige Verbindungen freigeschaltet. Dieses Level ist innerhalb der aktuellen und folgenden Major-Release, also derzeit bis zu RouterOS 4.9 kostenlos upgrade-fähig. MikroTik leistet für dieses Level 30 Tage Support, beginnend ab dem Zeitpunkt der Erstinbetriebnahme der jeweiligen Installation.
Level 6
Dieses Level bietet die höchste Ausbaustufe des MikroTik RouterOS. Sämtliche Funktionen sind hier uneingeschränkt verfügbar, es gibt keine Limitierung gleichzeitiger Verbindungen. Dieses Level ist innerhalb der aktuellen und folgenden Major-Release, also derzeit bis zu RouterOS 4.9 kostenlos upgrade-fähig. MikroTik leistet für dieses Level 30 Tage Support, beginnend ab dem Zeitpunkt der Erstinbetriebnahme der jeweiligen Installation.

Jede Lizenz wird über einen Lizenzschlüssel gesichert, welcher auf dem jeweiligen Embedded-Board oder auch PC eindeutig ist. Gebunden ist die Lizenz an den Datenträger, auf dem sie gespeichert ist. Bei RouterBOARDs ist dies der integrierte Flash-Speicher, bei x86-Plattformen die jeweilige Festplatte oder Solid State Disk.

Bereits laufende Lizenz-Level können nachträglich ebenfalls in höhere Lizenz-Level heraufgestuft werden. Leider bietet MikroTik keine Lizenz-Upgrades an. Es ist immer eine komplette Lizenz zum vollen Preis zu erwerben, die vorhandene, niedrigere Lizenz wird durch die neue Lizenz ersetzt. Bei PC-basierten Systemen empfiehlt sich daher der Einsatz einer neuen Festplatte. Wie bereits beschrieben ist die Lizenz an den Datenträger gebunden auf dem sie installiert ist. Auf diese Weise bewahrt man die vorhandene, niedrigere Lizenz vor dem Verfall. Bei Embedded-Systemen wie den RouterBOARDs ist diese Vorgehensweise jedoch nicht möglich.

Plattformen

MikroTik RouterOS ist für unterschiedliche Plattformen verfügbar. Primär zielt das System auf die von MikroTik selbst angebotenen Embedded-Boards. Hier ist das RouterOS bereits auf dem integrierten Flash-Speicher installiert. Die RouterBOARDs werden jeweils mit einer Lizenz für RouterOS ausgeliefert. Die meisten RouterBOARDs werden mit einer Level-4-Lizenz ausgestattet.

Für PC-Systeme auf 32-Bit Basis (x86) ist das RouterOS ebenfalls verfügbar. Hier kann man das System von der MikroTik-Website herunterladen. Zunächst läuft dieses System in einer Level-0-Lizenz und kann mit einem Lizenzschlüssel heraufgestuft werden.

Der Einsatz PC-basierter Hardware ist nur dann wirklich ratsam, wenn die Aufgaben für den betreffenden Einsatz sehr umfangreich sind. So zum Beispiel wenn man einen PPPoE-Server für eine große Anzahl gleichzeitiger Verbindungen realisieren möchte. Das PPPoE-Protokoll ist sehr CPU-lastig. Auch ist der verfügbare Arbeitsspeicher auf Embedded-Boards oft begrenzt, in der Regel findet man hier nicht mehr als 64 MB. Arbeitsspeicher im PC-Bereich ist vernachlässigbar günstig - 4 GB DDR2 RAM sind schon für deutlich unter 100 Euro zu haben. Hier stößt man schon mit 32-Bit-Betriebssystemen an die Grenze der Adressierbarkeit.

Für einfache und mittlere Auslastung ist der Einsatz von Embedded-Boards zu empfehlen. Hier sind zum Beispiel Richtfunk-Kopfstationen, Accesspoints, ADSL-Gateways etc. als typische Einsatzfelder zu nennen. Aber auch als kleiner Server können RouterOS-basierte Embedded-Systeme eingesetzt werden. In der Praxis setzen einige WISP in Deutschland RouterBOARDs auch als PPPoE-Server für 100 Clients ein. Da diese nie zeitgleich aktiv sind stellt dies kein Problem dar.

 
Web www.wlan-skynet.de