Letzte Aktualisierung: 11. September 2013 | 2234608 | Anbieterkennzeichnung
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Störquellen

Sämtliche Funkübertragungen teilen sich das selbe Übertragungsmedium: Die Luft. Ähnlich wie Wellen auf dem Wasser brechen und reflektieren sich Funkwellen an Hindernissen. Neben dem Funk als naheliegendsten Weg, wie eine Störung zustande kommen kann gibt es jedoch noch weitere Störmöglichkeiten.

Passive Störung

Treffen sich zwei Wellen, so kann es zu Verstärkungen oder Abschwächungen bis zur Auslöschung kommen. Trifft also z.B. ein Richtfunkstrahl seitlich auf ein reflektierendes Hindernis (z.B. eine Metalloberfläche), so kann es unter Umständen dazu kommen, daß die direkt empfangene Funkwelle und die reflektierte Funkwelle gleichzeitig beim Empfänger ankommen. Da die reflektierte Funkwelle einen längern Weg zurücklegen mußte, hat sie dafür auch mehr Zeit benötigt. Stehen Sender, Empfänger und störender Reflektor in bestimmten Distanzen zueinander, so kann die Laufzeit der reflektierten Welle oder die Reflektion an sich dazu führen, daß die reflektierte Welle exakt phasenversetzt zur Hauptwelle beim Empfänger ankommt. Dadurch löscht sich das Signal fast vollständig aus. Dann kommt es zu keiner stabilen Übertragung.

Aktive Störung

Eine weitere Störquelle sind sog. aktive Störer. Damit sind alle Vorrichtungen gemeint, die aus eigener Kraft Funkwellen erzeugen und abgeben. Das müssen nicht zwangsläufig andere WLAN-Sender sein. Die Palette möglicher aktiver Störquellen ist sehr groß. Dies reicht von Mikrowellenöfen, DECT-Telefone, Straßenlaternen, Elektromotoren, Verbrennungsmotoren bis hin zu Mobilfunkanlagen und Mobiltelefonen. Es ist nicht notwendig, daß die Störquelle auf der selben Frequenz emmitiert wie der WLAN-Sender. Es genügt schon, wenn das störende Signal stark genug ist, in der Logik der WLAN-Geräte Verwirrung zu stiften.

Netzstörungen

Als dritte Störquelle kommt die Stromversorgung in Betracht. Die WLAN-Geräte beziehen ihre Energie meist aus Steckernetzteilen. Je nach Qualität der Netzteile können Störungen auf der Netzfrequenz durch das Netzteil bis in das WLAN-Gerät gelangen. Die meines Wissens nach häufigste Störquelle im Stromnetz sind billige oder defekte Phasenanschnittsteuerungen. Eine PAS schneidet die Halbwellen der Netzspannung ab um auf diesem Wege die elektrische Leistung zu reduzieren. Auf diese Weise können Lampen in ihrer Helligkeit geregelt werden (Dimmer) oder Elektromotoren in ihrer Drehzahl gesteuert werden. An der Stelle, an der der Schnitt in die Halbwelle der Netzfrequenz erfolgt, entstehen elektrische Störspitzen. Ohne ausreichende Gegenmaßnahmen (Drosselspulen), die übrigens vorgeschrieben sind, gelangen diese Störspitzen in das Energienetz.

Wenig bekannt dagegen ist, daß die Elektrizitätswerke Steuersignale auf ihren Überlandleitungen übertragen. Diese dienen der Fernsteuerung verschiedener Einrichtungen wie z.B. Umspannwerke. Obwohl die elektrischen Verbraucher und damit auch die WLAN-Geräte gemäß technischer Normen tolerant gegenüber diesen Signalen konstruiert sein müssen, können diese Steuersignale dennoch in einigen Fällen zu Störungen führen.

Es gibt auch ganz simple Netzstörungen. Eine davon ist mir aus den 80er und frühen 90er Jahren noch bekannt. In meinem Dorf gab es zu DDR-Zeiten nur eine spartanische Oberleitung. Diese war an vielen Stellen notdürftig mit einfachen Drähten geflickt. Zudem war der Trafo im örtlichen Trafohäuschen etwas unterdimensioniert. So kam es, daß regelmäßig zur Mittagszeit, wenn viele Elektroherde in Betrieb waren, die Netzspannung von den damals üblichen 220V auf 170V einbrach. Mein Satellitenreceiver quittierte dies mit einem verzerrten, schwarz-streifigen Bild und einem tiefen Brummton aus dem Fernsehlautsprecher. Ähnliche Unterspannungen können in seltenen Fällen heute noch zu Problemen mit empfindlichen elektronischen Geräten führen. Das hängt maßgeblich von der Qualität der lokalen Elektroinstallation ab.

 
Web www.wlan-skynet.de